schlimmer… und doch besser als geahnt

Schlimmer als in einem fremden Land zu sein, ist es wohl, in einem Land zu sein, von dem man dachte, es sei nicht all zu fremd. Um zu lernen, wie fremd es sein kann.

Schlimmer als in einem anderssprachigen Land zu sein, ist es, in einem Land zu sein, von dem man annahm, die dortige Sprache zu beherrschen. Um zu lernen, dass es nicht reichen soll. In dem Moment, in dem das Amt zum Deutschtest ruft.

Schlimmer als Ausländer zu sei, ist es, unter Klischees vergraben zu werden. Um zu lernen, es wäre wohl besser gewesen, das Hirn am Landeseingang abzugeben. Um zu lernen, dass es sich in der dem Klischee entsprechenden Rolle leichter leben lässt.

Schlimmer als fremd zu sein, ist es, aus der berufspolitisch anerzogenen Elitearroganz aufgerüttelt zu werden. Um zu lernen, dass ein 80-Millionen-Einwohner-Land vor niemandem den Hut zieht.

Und besser als geahnt ist der Moment der Retrospektive, über 365 Tage später. Der Moment, in dem aus dem Lernen eine Erfahrung wird. Die Erfahrung, dass es wohl der vielen Steine bedarf, um aus fremd bekannt zu machen.

Um zu lernen, dass es auch in einem nah-fremden Land verdammt schön sein kann.

KW 22/12

izniak 06/2012

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