European Song Contest… Douze points!

Ja! Yes! Oui, Oui! Douze Points!

Wie habe ich die Punktevergabe beim European Song Contest als Kind geliebt! Eine glasklare Erinnerung. Vor allem die französische Ansage.

Erschreckend ist hingegen, dass ich mich zwar an das Punktespektakel, nicht aber an die Leistungen der KünstlerInnen erinnern kann. Nicht, dass ich von mir selbst erwarten würde, jede „Performance“ – ein fraglich notwendiges Lehnwort -, jeden Auftritt noch originalgetreu im Kopf zu haben. Nein. Aber in meinem Kopf schwirren unter dem Schlagwort „Song Contest“ lediglich einige wenige erschreckende Kostüme, Gesichter und Bewegungen  herum.  Neben glorreichen Bildern im Kopf fehlt es vor allem an Liedern.

Ob es den anderen groß gewordenen Kindern auch so geht? All denen, die wie ich, mit dem European Song Contest erwachsen geworden sind. Erwachsen und damit bar jeder Euphorie oder gar Erwartung an dieses mediale Musikspektakel. Aber bewaffnet mit Meinungen und Vorschlägen.

Wie wäre eine Verpflichtung zur Landessprache? Alle TeilneherInnen müssten in ihrer Nationalsprache singen. Trotz oder gerade wegen des Arguments, manche Sprachen seien „singbarer“ als andere. Ich bin der englischen Liedtexte müde. Verständlichkeit und Singbarkeit hin oder her. Authentische Texte in der nationalen Sprache. Ist nicht jede Sprache singbar? Schütteln wir die schönsten Schätze an Kinderliedern oder volkstümlichen Weisen aus unseren musikalischen Ärmeln! Und welche Sprache hat diese nicht? Authentizität via Musik und Sprache!

Außerdem ein Wiederholungsverbot! Keine InterpretIn darf ein zweites Mal beim European Song Contest antreten. Dahinter die – gewagte – Hypothese, eine Wiederholungstat führe nie zu einem besseren Ergebnis.  Bestätigt wird diese Therorie zum Beispiel durch die beiden Auftritte der deutschen Interpretin der letzten beiden Jahre. Nach – gut, die Leistung macht fast kleinlaut aus meiner österreichischen Perspektive – dem 1. Platz 2010 folgte bei Lenas zweitem ESC-Auftritt für Deutschland 2011 eben „nur noch“ der 10. Platz. Widersacher der Hypothese ist allerdings just ein österreichischer Interpret. Österreich hat keine songcontestianisch-fantastische Vergangenheit, aber Wiederholungstäter Udo Jürgens bescherte der Alpenrepublik nach dem 6. Platz 1964 im Jahre 1966 den Sieg. Danke, Udo. „Merci Chérie“!

Zuletzt plädiere ich dafür, die Halbplayback-Clausel einfach kommentarlos aus den ESC-Regeln zu streichen. Punkt.

Möglich, dass meine Vorschläge den Machern des European Song Contests kaum schlaflose Nächte bereiten werden. Macht nichts, ihnen sei etwas Ruhe gegönnt.  Und während in Deutschland fleißig im Fernsehen gecastet wird, hat sich in Österreich wieder das Zugpferd des öffentlichen Rundfunks der Songcontestsache angenommen.

Der Countdown zum European Song Contest 2012 in Baku läuft. Mensch bleibt gespannt.

KW 7/2012

izniak 02/12

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